Third Backpack – Cebu and Bohol

Ich bin froh, meine krasse Knoblauchfahne nicht selber riechen zu müssen. Der famose Ausklang unserer Tour bestand darin, dass wir zum Lunch ins Krazy Garlik eingeladen wurden. Der Name ist Programm, wirklich kein Gericht wird ohne die nötige Zugabe von Knoblauch zubereitet. Frau Lim meinte es ausgesprochen gut mit uns als sie die Karte rauf und runter bestellte, damit jeder auch von allem etwas probieren konnte: bunter Salat mit gedünsteten Knoblauchzehen, Shrimps in Knoblauchöl, Knoblauch-Artischocken-Buscetta, Garlic-Seafood-Pasta, Tomato-Basil-Pizza und All-Veggie-Pizza mit einem Hauch Knoblauch und extrem viel Käse, Sizzling Pork mit Knoblauch-Knorr-Sauce (erinnerte an zerfetzte Haxe, extrem knusprig) und zum Abschluss Erdbeer-Panna-Cotta ausnahmsweise ohne Knoblauch und Crème Catalana, eine Art Crème Brûlèe mit in Sirup eingelegten Knoblauchzehen als Topping. Zur Erfrischung nuckelte jeder an seinem Iced Juice Shake. Wasser wurde wie immer gratis gereicht, aber mit einem Spritzer Lime. Dieser Schmaus hat meine durch drei Fastentage ausgezehrten Fettzellen auf jeden Fall wieder aufgefüllt. Leider durfte ich die Karte nicht mitnehmen, deswegen muss dieser Link als Anschauungsmaterial reichen: http://www.krazygarlik.com/.

Cebu – Santa Fe und Virgin Island

Unser eigentlicher Ausflug nach Cebu begann sonntagmorgens 2Uhr mit dem Aufbruch Richtung Flughafen.

Roxi, Rob und Franzi passierten die Gepäckkontrolle. Wir hatten für den Kurztrip nur Handgepäck bei uns. Alles war trotz früher Stunde und Müdigkeit ganz wunderbar, doch auch wenn bei allen anderen sonst nie darauf geachtet wird und der Beschiss ganz hervorragend funktioniert, einer muss natürlich Pech haben. Meine Tasche wurde mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht. Was da wohl drin ist – aha, Sunlotion, Shampoo, Duschbad … und alles mehr als 100ml. Da das so natürlich überhaupt nicht geht, durfte ich zurück zum Check-in schlurfen und ganz normkonform meine mit Flüssigkeiten bepackte Tasche gegen zusätzliche Gebühr einchecken.  Der Tag wurde nicht mehr besser. In Cebu angekommen ging es weiter zur Busstation, um zur Fähre zu kommen. Die Fahrt auf schlaglochgespicktem Untergrund endete in einem miefigen Kaff, in dem wir noch 1,5h auf die nächste Überfahrt warten durften. Es war heiß, dreckig und es nieselte. Auf der Fährfahrt konnte jemand mit seinem Unmut nicht mehr an sich halten und übergab sich aufs Deck. Die unbequemsten und leider hier weit verbreiteten Plastikbänke zerdellten meinen Po. Endlich in Santa Fe angekommen ging der Niesel in einen Platzregen über. Am Busbahnhof trafen wir eine Freundin von Roxi, deren Spitzname so ähnlich klingt wir Chrop. Ich konnte ihn mir nicht merken, aber richtig heißt sie Mercedes. Ihr schwuler Bekannter in pinkem Shirt und unverschämt engen Jeans führte uns in Santa Fe herum. Wir endeten in einem traumhaften Resort mit Holzbungalows direkt am Strand und es regnete unaufhörlich. Das Mittagessen schlug mir auf meinen immer noch beleidigten Magen und ich verbrachte den Rest des Tages im Bett statt mit den anderen den Strand vor der Haustür zu erkunden.

Der nächste Morgen begann sehr früh mit einer Bootstour nach Virgin Island.  Es war ein ganz wunderbarer Start in den Tag, sich auf einem wackeligen Holzboot den salzigen Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Außer einem Luxushotel gibt es auf der Insel nichts – nur pulvrigen weißen Strand unter grünen Palmen, kristallklares Wasser und freilaufende Hundewelpen. Es war wie aus einem Bilderbuch in die Realität gephotoshopt. Genauso perfekt war auch mein Sonnenbrand. Das beeindruckendste beim kurzen Schnorchel-Intermezzo waren weniger die Fische, sondern dass ich den Meeresgrund auch vom Boot aus ausgezeichnet sehen konnte. Zurück im Resort war nach dem Laissez-faire des Tages Eile geboten,  um noch die letzte Fähre zurück nach Cebu zu bekommen. Wir kamen bei einem Bekannten von Chrop unter. Ich genoss an dem Abend die geilste Dusche meines Lebens. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Dusche zu Hause auch so außergewöhnlich gefunden hätte, aber hier ist es ein Erlebnis, einen großen Spiegel in einem Bad zu haben, in dem man auch 3 Schritte gehen kann und vor allem warmes Wasser mit entsprechendem Wasserdruck von oben aus einem Duschkopf genießen zu können. Gewohnt früh jetteten wir per Super Ferry weiter nach Bohol.

Tarsiers und Chocolate Hills in Bohol

In Tagbilaran angekommen nieselte es wieder vor sich hin. Das hinderte eine Horde geschäftstüchtiger Filipinos jedoch nicht daran, jeden aussteigenden Passagier mit Schildern zu belagern wie Schmeißfliegen einen Scheißhaufen, auf denen Chocolate Hills Touren angepriesen wurden. Begleitet wurde dieses Gebaren von  aufmerksamkeits-suchenden und derart offensiv aggressiven Verkaufsbestrebungen, dass lediglich die Flucht blieb. Es war aussichtslos, denn den Tour-Verkäufern entkommen lief man geradewegs in die Arme ebenso aufdringlicher Taxifahrer, die vehement darauf bestanden, einen in die Stadt zu fahren und vorsorglich schon einmal das Gepäck verschleppten. Meine Hochachtung an denjenigen, der dabei ruhig bleiben kann. Wir bezogen schließlich ein kleines Zimmer mit merkwürdigem Odor und ausgelagertem Gemeinschaftsnasszelle in einem kleinen Hotel namens Nisa Travellers Inn. Mit einem zum vorher ausgehandelten Festpreis gemieteten Taxi konnte mittags endlich unsere Bohol-Erkundungstour beginnen.

Die erste Station bot die fantastische Gelegenheit, sich bei Buffet eine Stunde den Fluss entlangschippern zu lassen. Es glich einer Dampferfahrt auf der Spree, obwohl die umgebenden Berghänge mit dichtem tropischem Dschungel um einiges ansprechender waren. Das Essen, um das es ja eigentlich ging, war sehr gut. Ein Musikant sorgte für die rhythmische Untermalung der Bootstour, die nach der Auswahl der Lieder ganz offensichtlich auf westliche Touristen ausgerichtet war, aber dennoch sehr preiswert.

Gestärkt ging es weiter zu den Koboldmakis. Wir trafen auf ein überschaubares eingezäuntes Gelände, das man über Steinpfade erkunden konnte und in dem immer dort Wärter in lila Shirts positioniert waren, wo sich gerade ein Maki aufhielt. Ich hatte es mir etwas freier und ungezwungener vorgestellt, aber wenigstens durfte man die Tiere nicht anfassen oder gar füttern. Es war trotzdem ein Erlebnis, diese Winzlinge so nah zu sehen. Wenn sie schlafen, sehen sie fast aus wie Mini-Faultiere. Mit offenen Augen erinnern sie eher an einen pelzigen Yoda mit Rattenschwanz. Nach typisch touristischen Fotos mit dem Kopf in einem Koboldmaki-Aufsteller aus Holz ging es weiter zur eigentlichen Attraktion auf Bohol: den Chocolate Hills.

Hat man die unzähligen Stufen vom Ticketschalter zur Aussichtsplattform endlich erklommen, eröffnet sich einem eine phänomena
le Aussicht auf monumentale Maulwurfshügel. Scheinbar hunderte Toblerone-Stückchen wurden wahllos in der Landschaft verteilt und erstrecken sich nun bis zum Horizont. Ein Schild verkündete, die Form komme daher, dass die Hügel aus Koralle bestehen, da sie sich einst unter dem Meeresspiegel befanden, wo wohl alles so aussiehe. Im Laufe der Zeit seien die Korallenhügel dann an die Oberfläche gekommen und bereichern jetzt die Landschaft Bohols und die Kassen des Tourismussektors. Derart mit Informationen und Eindrücken aufgefüllt fuhren wir zurück ins Hotel. Abendessen gab es in einem sehr guten Restaurant in der Stadt, sodass ich bei diesem Trip nicht nur das erste Mal seit meiner Ankunft auf den Philippinen einen echten Strand sah, sondern auch richtig guten Fisch serviert bekam.

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